Steuerliche Pflichten einer US-Person bei Erbschaft aus Deutschland

Steuerliche Pflichten einer US-Person bei Erbschaft aus Deutschland

U.S.-Staatsangehörige oder Personen, welche in den USA ansässig sind (U.S.-resident) und aus Deutschland eine Erbschaft oder andere unentgeltliche Zuwendungen erhalten, sind sich oft nicht über ihre steuerlichen Pflichten in den U.S.A. im Klaren. Der Beitrag gibt eine Einführung.

US-Nachlasssteuer

Nach IRC § 2001(a) unterliegt der unbeschränkten Steuerpflicht der Nachlass eines Erblassers (decedent), der US – Staatsbürger (citizen) oder resident der USA ist. Außerdem unterliegt nach IRC § 2107 außerdem der Nachlass einer Person, welche die amerikanische Staatsangehörigkeit aufgegeben und das Domizil ins Ausland verlegt hat, für den Rest des Steuerjahrs der Nachlasssteuer, es sei denn der Nachweis der fehlenden Umgehungsabsicht wird erbracht. Ist der Erblasser ein non-resident alien, unterliegt nur die Übertragung von  US-Vermögen der federal estate tax.

Der bloße Umstand, dass der Erwerber (z.B. Erbe oder Vermächtnisnehmer) eine US-Person ist, begründet also keine Steuerpflicht.

Todesfallsteuern der US-Bundesstaaten

Manche US-Bundesstaaten erheben eine Nachlasssteuer oder Erbschaftsteuer oder beides. Eine Übersicht finden Sie hier. Während für Nachlasssteuern der Bundesstaaten das gleiche wie für die federal estate tax gilt, ist bei Wohnsitz des Erben in einem Bundesstaat, der eine inheritance tax erhebt, zu prüfen, ob diese auch auf den Erwerb von Vermögen im Ausland erhoben wird.

Erwerbe von Seiten eines covered expatriate

War der Zuwender ein covered expatriate, ist der Erwerb einer U.S. person von einer solchen Person nach IRC § 877A und 2801 steuerbar.

Anzeigepflicht bei Erbschaft aus dem Ausland

Gemäß IRC § 6039F muss eine U.S. person eine Schenkung, Erbschaft oder andere unentgeltliche Zuwendung von einer foreign person, welche eine bestimmte Wertgrenze übersteigt, gegenüber der US-Steuerbehörde IRS anzeigen.

Eine foreign person ist ein nonresident alien ode eine ausländische Körperschaft (foreign corporation), Personengesellschaft oder Nachlass

Eine U.S. person ist z.B. ein U.S.-Staatsangehöriger (citizen) oder U.S.-resident, siehe Treas. Reg § 120.15.

Die Wertobergrenze bei Schenkungen durch eine natürliche Person ist derzeit USD 100,000.

Bei der Anzeige ist das Formblatt 3520 zu verwenden.

Vorsicht: Die Anzeigepflicht setzt nicht voraus, dass US-Nachlasssteuer anfällt.

Wird die Pflicht verletzt, kann eine Strafe von 5 % des Wertes der Schenkung für jeden Monat der Verspätung, aber maximal 25 % verhängt werden. Wird nachgewiesen, dass die Pflicht nicht willentlich verletzt wurde und es gute Gründe für die Pflichtverletzung gab, wird keine Strafe verhängt.

US-Einkommensteuer

Einer US-Person zuzurechnende Einkünfte aus den geerbten Vermögen (z.B. Dividenden) können nach den Regeln des DBA-USA-ESt oftmals in den USA besteuert werden. Allerdings wird der Wert für Steuerzwecke auf den Wert per Todestag angehoben, sog. stepped-up-basis, so dass oftmals ein etwaiger Gewinn aus der Veräußerung von geerbtem Vermögen in den USA keine Einkommensteuer auslöst.

Deutsche Erbschaftsteuer

Für den gesamten Vermögensanfall tritt die Steuerpflicht in Deutschland ein, wenn der Erblasser zur Zeit der Erbschaft oder der Erwerber (Erbe, Vermächtnisnehmer) zur Zeit der Entstehung der Steuer (i.d.R. also Zeitpunkt des Todes) ein Inländer ist (§ 2 (1) ErbStG). Im Anwendungsbereich des deutsch-amerikanischen Doppelbesteuerungsabkommens auf dem Gebiete der Nachlass-, Erbschaft- und Schenkungssteuern (DBA-USA-Erb) gehen dessen Regelungen vor. 

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