Erbrecht ABC

Vermächtnis

im deutschen Erbrecht kann der Erblasser durch Testament einem anderen, ohne ihn als Erben einzusetzen, einen Vermögensvorteil zuwenden (Vermächtnis), § 1939 BGB. Durch das Vermächtnis wird für den Bedachten das Recht begründet, von dem Beschwerten die Leistung des vermachten Gegenstands zu fordern, § 2174 BGB (Damnationslegat). Beschwerter kann ein Erben/alle Erben zusammen sein oder ein Vermächtnisnehmer; soweit nicht der Erblasser ein anderes bestimmt hat, ist der Erbe beschwert, § 2147 BGB. Abzugrenzen ist das Vermächtnis von der Erbeinsetzung und der Teilungsanordnung. Hat der Erblasser sein Vermögen oder einen Bruchteil seines Vermögens dem Bedachten zugewendet, so ist die Verfügung als Erbeinsetzung anzusehen, auch wenn der Bedachte nicht als Erbe bezeichnet ist, § 2087 Abs. 1 BGB. Sind dem Bedachten nur einzelne Gegenstände zugewendet, so ist im Zweifel nicht anzunehmen, dass er Erbe sein soll, auch wenn er als Erbe bezeichnet ist, § 2087 Abs. 1 BGB. Besondere Formend des Vermächtnisses sind das Ersatzvermächtnis (§ 2190 BGB), das Nachvermächtnis (§ 2191 BGB), das Verschaffungsvermächtnis (§ 2169 BGB), das Universalvermächtnis und das Vorausvermächtnis (§ 2150 BGB). 

Publikationen zum Thema

Erbrecht ABC

Bitte wählen Sie einen Anfangsbuchstaben in der Buchstabenliste und anschließend den gewünschten Begriff aus.